Rennbericht Gravel Weltmeisterschaft 2025

Die diesjährige Gravel-Weltmeisterschaft fand im niederländischen Maastricht statt –

ein Schauplatz, der mit seiner Mischung aus Kopfsteinpflaster, steilen Hügeln und

endlosen Schotterwegen den perfekten Rahmen für ein WM-Rennen bot. Direkt fünf

Minuten hinter dem hochkarätigen Elite-Feld mit Tom Pidcock startete die Altersklasse

19–34 mit über 600 Teilnehmern aus über 50 Nationen auf die 181 Kilometer lange

Strecke mit rund 1’900 Höhenmetern.

Für eine gute Startposition war ich 1,5 Stunden vor dem Rennen vor Ort – dachte ich

zumindest. Doch rund 550 Fahrer waren bereits früher da und standen schon in der

Startaufstellung. Der Start auf breiten Hauptstrassen kam mir aber entgegen, sodass ich

mich gleich zu Beginn weit nach vorne arbeiten konnte. Nach etwa 30 Minuten lag ich

bereits knapp innerhalb der Top 100 – bis ein Durchschlag am Vorderrad und ein platter

Reifen meinen Rhythmus jäh unterbrachen. Trotz schnellem Schlauchwechsel war der

gesamte Fortschritt dahin, und die Aufholjagd begann von Neuem.

Der Kurs verlangte alles ab: ständiges Auf und Ab, verwinkelte Passagen, kaum Asphalt

und jede Menge loses Kies – ein Parcours, der einer Weltmeisterschaft absolut würdig

war. In der ersten Feed-Zone erwischte ich leider nur ein Bidon und verpasste die

geplanten Gels, womit mein Ernährungsplan für die nächsten 50 Kilometer nicht mehr

aufging. Getragen von der fantastischen Stimmung am Streckenrand – mit Glocken,

Musik und Rauchfahnen – flog die Runde trotzdem irgendwie vorbei, aber alles andere

wie im Gleichen Tempo zuvor

In der zweiten Feed-Zone lief dann alles reibungslos, und ich fand meinen Rhythmus

wieder. Auf der letzten Runde konnte ich nochmals einige Plätze gutmachen, vor allem

auf den letzten beiden Anstiegen zurück nach Maastricht, die länger und steiler waren

als die bisherigen Anstiege. Die Einfahrt in die Stadt war schlicht überwältigend – ein

Publikum, wie ich es bei keinem anderen Rennen bisher erlebt habe.

Nach 5 Stunden und 40 Minuten überquerte ich die Ziellinie. Am Ende wurde es Rang

454 – sicher nicht das Ergebnis, das ich mir erhofft hatte, aber dennoch ein

unvergessliches Erlebnis. Ein Rennen, bei dem zwar nicht alles nach Plan lief, das aber

durch Atmosphäre, Strecke und Emotionen alles wettmachte. Das Tragen des Schweizer

Nationaltrikots bei einer Weltmeisterschaft war für mich ein absolutes Highlight – ein

Moment, den ich so schnell nicht vergessen werde

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