Die diesjährige Gravel-Weltmeisterschaft fand im niederländischen Maastricht statt –
ein Schauplatz, der mit seiner Mischung aus Kopfsteinpflaster, steilen Hügeln und
endlosen Schotterwegen den perfekten Rahmen für ein WM-Rennen bot. Direkt fünf
Minuten hinter dem hochkarätigen Elite-Feld mit Tom Pidcock startete die Altersklasse
19–34 mit über 600 Teilnehmern aus über 50 Nationen auf die 181 Kilometer lange
Strecke mit rund 1’900 Höhenmetern.
Für eine gute Startposition war ich 1,5 Stunden vor dem Rennen vor Ort – dachte ich
zumindest. Doch rund 550 Fahrer waren bereits früher da und standen schon in der
Startaufstellung. Der Start auf breiten Hauptstrassen kam mir aber entgegen, sodass ich
mich gleich zu Beginn weit nach vorne arbeiten konnte. Nach etwa 30 Minuten lag ich
bereits knapp innerhalb der Top 100 – bis ein Durchschlag am Vorderrad und ein platter
Reifen meinen Rhythmus jäh unterbrachen. Trotz schnellem Schlauchwechsel war der
gesamte Fortschritt dahin, und die Aufholjagd begann von Neuem.
Der Kurs verlangte alles ab: ständiges Auf und Ab, verwinkelte Passagen, kaum Asphalt
und jede Menge loses Kies – ein Parcours, der einer Weltmeisterschaft absolut würdig
war. In der ersten Feed-Zone erwischte ich leider nur ein Bidon und verpasste die
geplanten Gels, womit mein Ernährungsplan für die nächsten 50 Kilometer nicht mehr
aufging. Getragen von der fantastischen Stimmung am Streckenrand – mit Glocken,
Musik und Rauchfahnen – flog die Runde trotzdem irgendwie vorbei, aber alles andere
wie im Gleichen Tempo zuvor
In der zweiten Feed-Zone lief dann alles reibungslos, und ich fand meinen Rhythmus
wieder. Auf der letzten Runde konnte ich nochmals einige Plätze gutmachen, vor allem
auf den letzten beiden Anstiegen zurück nach Maastricht, die länger und steiler waren
als die bisherigen Anstiege. Die Einfahrt in die Stadt war schlicht überwältigend – ein
Publikum, wie ich es bei keinem anderen Rennen bisher erlebt habe.
Nach 5 Stunden und 40 Minuten überquerte ich die Ziellinie. Am Ende wurde es Rang
454 – sicher nicht das Ergebnis, das ich mir erhofft hatte, aber dennoch ein
unvergessliches Erlebnis. Ein Rennen, bei dem zwar nicht alles nach Plan lief, das aber
durch Atmosphäre, Strecke und Emotionen alles wettmachte. Das Tragen des Schweizer
Nationaltrikots bei einer Weltmeisterschaft war für mich ein absolutes Highlight – ein
Moment, den ich so schnell nicht vergessen werde



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